Energieversorgung

Deutschland deckt bereits über die Hälfte seines Strombedarfs durch erneuerbare Energien. Windkraft und Photovoltaik liefern die Hauptenergien. Ergänzt werden sie durch Wasserkraft und Bioenergie, die aber für den weiteren Energie-Ausbau keine bedeutende Rolle spielen: Deutschland hat nur wenig Möglichkeiten, Wasserkraft zu nutzen und Bioenergie benötigt zu viel Fläche.

Photovoltaik erlaubt die Strom-Ernte vor allem tagsüber und im Sommer, Windstrom erntet man ganztags und vor allem im Winter. Gemeinsam bilden beide Technologien das Rückgrat einer preiswerten und klimaneutralen Stromversorgung.

Wenn mehr Strom geerntet wird als verbraucht wird, wird der Strom gespeichert:

Batteriespeicher eignen sich besonders für zeitversetze Stromversorgung für einige Stunden. Nicht vom Verbraucher abgenommener Strom wird zudem zur Herstellung von Wasserstoff genutzt. Wasserstoff ist in großen Mengen lagerfähig. Dieser Wasserstoff wird bei Bedarf zur Stromerzeugung in den Phasen mit geringer Wind- und Solarstromproduktion eingesetzt werden und sichert die Stromversorgung der Verbraucher ab.

Die Erzeugung von Wasserstoff ist mit Energieverlusten verbunden. Auch die Nutzung von Wasserstoff in Gaskraftwerken ist mit Energieverlusten verbunden. Deshalb ist Strom aus Wasserstoff teurer als Strom aus direkter Nutzung von Strom von Wind und Sonne.
Betrachten wir den Strompreis als Cocktail: Der günstigste Strompreiscocktail besteht aus viel Windstrom und Solarstrom, etwas Batteriestrom und noch weniger Gasstrom.

Netzstrom gibt es allerdings nicht zum Eigenpreis der Stromkomponenten; 2/3 des Strompreises zahlt der Kunde für Aufschläge hauptsächlich für Netzentgelte und Steuern.

Wie kann man die Stromkosten minimieren?

  • Grundsätzlich profitiert jeder durch maximalen Ausbau von PV und Windkraft
  • Durch Nutzung von dynamischen Stromtarifen kann ein Kostenvorteil genutzt, wenn man die eigene Stromnutzung an die Verfügbarkeit von günstigen Wind und Solarstrom anpassen kann. Diese Möglichkeit wird im Ausland gerne genutzt.
  • Noch mehr profitiert derjenige, der mit Dachsolar oder Balkonkraftwerk günstigen Strom selbst erzeugt.

Auch Städte können vom Ausbau erneuerbarer Energien profitieren:

  • Betreiber von Windparks und Solarparks können Standortgemeinden finanzielle Beiträge für Projekte des Gemeinwohls zur Verfügung stellen. Hinzu kommen häufig Pachteinnahmen für bereitgestellte Flächen sowie Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen.
  • Darüber hinaus können Städte und Gemeinden selbst in Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung investieren und von den Erträgen profitieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Gründung von Bürgerenergiegenossenschaften. Dadurch können Bürgerinnen und Bürger die Energiewende vor Ort aktiv mitgestalten und gleichzeitig an den wirtschaftlichen Erträgen beteiligt werden.
  • So kann der Ausbau erneuerbarer Energien dazu beitragen, Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze stärker in der Region zu halten.